Bereits sofort nach ihrer offiziellen Gründung hat sich die AGEE dem Theme „Ethik“ angenommen. Dabei ging es uns um Fragen bzw. ethische Dilemmata, die bei der wissenschaftlichen und gutachterlichen Arbeit in einer fremden Kultur immer wieder auftreten.
Als Ergebnis verschiedener Diskussionsrunden entstanden die „Ethischen Leitlinien“ der AGEE, die in Deutschland innerhalb der kulturwissenschaftlichen Fächer das erste Papier dieser Art darstellten (Deutsch, Englisch)
Die Ergebnisse des langen Diskussionsprozesses wurden auf einer Tagung der Akademie für Politischen Bildung Tutzing vom 14.-16. Januar 2002 vorgestellt und lebhaft diskutiert (s. Bild, der Tagungsband mit Beiträgen der entwicklungspolitischen Organisationen, von Fachwissenschaftlern und Consultants ist noch lieferbar).
Inzwischen hat auch die Deutsche Gesellschaft für Völkerkunde (DGV) 2009 ein Ethikpapier verabschiedet, bei dessen Erarbeitung Mitglieder der AGEE aktiv beteiligt waren.
Die Diskussion soll auf einer Fachtagung mit internationaler Beteiligung am 15. und 16. Juni 2012 in Bonn fortgesetzt werden.
Seit Beginn der Entwicklungszusammenarbeit stellt sich die Frage, wie es gelingt, Maßnahmen auch bzw. gerade für arme Bevölkerungsgruppen zu gestalten. Bisher war es jedoch weder auf Projektebene noch in nationalen Armutsdebatten möglich bzw. gewollt, (legitime) Repräsentanten der Armen maßgeblich an Entscheidungen zu beteiligen.
Diese Situation wurde im Rahmen einer Fachtagung der AGEE vom 29. und 30. Januar 2010 in Bonn beleuchtet. Dabei spielten Fragen der Legitimität und Repräsentation der Armen-Vertreter/innen eine besondere Rolle. Zur Thematik der Tagung wurde ein Thesenpapier vorbereitet, das zu einem Policy-Paper erweitert und in der „Zeitschrift für Entwicklungsethnologie“ Jg. 2010 abgedruckt wurde.
Am 1. September 2009 traf sich AGEE-Vorsitzender Frank Bliss zusammen mit der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles zu einem Round -Table-Gespräch mit der Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie
Wieczorek-Zeul. Bei dem öffentlichen Gespräch in Remagen ging es u.a. um die Auswirkungen von Exportsubventionen auf die Nahrungsmittelerzeugung in Entwicklungsländern, Probleme der Budgethilfe und natürlich auch aus Sicht der Entwicklungsethnologie um Fragen von Partizipation der betroffenen Bevölkerung im Entwicklungsprozess und um kulturelle Aspekte von Entwicklung.
Auf der DGV-Tagung am 30.9. bis 3.10.2009 hat sich die AGEE im Rahmen eines Round-Table-Gespräches am 1.10. vorgestellt. Im Rahmen der Präsentation wurde insbesondere auf das Arbeitsspektrum der Entwicklungsethnologie am Beispiel eines Gutachterbüros mit ethnologischem Hintergrund eingegangen. Die Veranstaltung hat vor allem Studierende höherer Semester sowie jüngere Absolventen/innen der Ethnologie angesprochen.
Mit einem Beitrag zu „Anforderungen an eine praxisorientierte Ethnologie aus Perspektive der Entwicklungszusammenarbeit“ hat sich AGEE-Vorsitzender Frank Bliss am Workshop 03 der DGV-Tagung unter dem Titel „Praxis Ethnologie“ am Donnerstag, den 1.10.2009 beteiligt.