Der Verein

Selbstverständnis

Die 1991 in Köln gegründete AGEE e.V. ging aus der gleichnamigen, seit 1986 aktiven Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde hervor.

Die Arbeitsgemeinschaft Entwicklungsethnologie (AGEE) e.V. ist eine praxisorientiert arbeitende Vereinigung von EthnologInnen, WissenschaftlerInnen benachbarter Disziplinen und PraktikerInnen aus der Entwicklungszusammenarbeit. Sie versteht sich als ein Forum, das den Austausch zwischen diesen Personengruppen fördern will. An der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis bringt die AGEE einerseits ethnologische und sozialwissenschaftliche Theorien und Methoden in die Konzeption und Praxis der Entwicklungszusammenarbeit ein; andererseits trägt sie die in der EZ gewonnenen Erfahrungen in die universitäre Ausbildung und die Fachöffentlichkeit hinein. Damit liefert sie einen entwicklungspolitischen und praxisbezogenen Beitrag, der gerade für die Kulturwissenschaften im deutschsprachigen Raum selten und notwendig ist.

Die AGEE distanziert sich von Entwicklungskonzepten, die die Richtung und das Ziel von Entwicklung allein nach westlichen Maßstäben definieren. Ihr ist daran gelegen, Entwicklungsziele an den Vorstellungen der Menschen vor Ort zu orientieren sowie eigene Werte zu hinterfragen und auf ihre Relevanz zu überprüfen. Die AGEE definiert Entwicklung als “die Verbesserung der Situation der betroffenen Gruppen gemäß ihrer eigenen Kriterien, wobei globale Notwendigkeiten berÜcksichtigt werden müssen.” Zentral hierbei ist der konsensorientierte Dialog zwischen Kulturen und Interessensgruppen mit einem Fokus auf die Minderung von Armut, der im Falle eines unlösbaren Dissens auch eine Parteinahme für die Interessen benachteiligter Gruppen erlaubt. Da Armut ebenfalls ein relativer Begriff ist, orientiert sich die AGEE zwar an den Maßstäben der UN-Organisationen, fordert aber darüber hinaus die Lokalisierung von Armutskonzepten.

Dieser Ansatz wird in der Broschüre “Ethische Leitlinien für die entwicklungspolitische Praxis” ausführlicher beschrieben, die über die Geschäftsstelle (agee@gmx.net) bezogen werden kann (Druckversion deutsch oder englisch).

2013 sollen diese Leitlinien durch eine stark überarbeitete Version ersetzt werden.

Ziele der AGEE

  • die Relevanz der soziokulturellen Dimension der Entwicklung für die entwicklungspolitische Praxis verdeutlichen
  • die Dialogfähigkeit der am Entwicklungsprozeß beteiligten Parteien durch Aufklärungs- und »kulturelle Übersetzerarbeit« erhöhen
  • die Position benachteiligter lokaler Gruppen in diesem Prozeß, z.B. durch Lobbyarbeit stärken

Unter ENTWICKLUNG versteht die AGEE die Verbesserung der Situation der betroffenen Gruppen gemäß ihrer Kriterien und Ziele vor dem Hintergrund einer gemeinsamen globalen Verantwortung. Nur in der Achtung unterschiedlicher Lebensentwürfe und Zielvorstellungen kann wechselseitiges Lernen und nachhaltige Entwicklung stattfinden!

Satzung der AGEE

Ethische Leitlinien der AGEE Kurzversion
Ethische Leitlinien der AGEE Kurzversion Englisch
Ethische Leitlinien der AGEE Langversion
Ethische Leitlinien der AGEE Langversion Englisch

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.