Minderheiten 2009

Die Berücksichtigung von benachteiligten sozialen und kulturellen Minderheiten in der deutschen EZ

Tagung am 23.-24.01.2009 in Bonn, Gustav-Stresemann-Institut

Ziel der Fachtagung war die Diskussion und Überprüfung des Entwurfs zu einem Positionspapier zur „Berücksichtigung ethnischer Minderheiten in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ), der unter Federführung von Prof. Dr. Frank Bliss im Auftrag des Referats 214 des BMZ erarbeitete wurde. Dabei konnten die unterschiedlichen Perspektiven der Vertreter/innen aus Wissenschaft (Universitäten Trier, Hamburg, Bonn), Repräsentanten/innen staatlicher entwicklungs-politischer Institutionen (BMZ, GTZ, KfW, InWEnt), NROs (Welthungerhilfe, Adivasi Koordination, Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschulverbandes IIZ/DVV) sowie freie Gutachter/innen einbezogen werden.

Alle Beispiele aus der Praxis bestätigten die Notwendigkeit von frühzeitigen und sorgfältigen Erhebungen hinsichtlich der sozialen, kulturellen und ökonomischen Situation von benachteiligten Minderheiten. Vorhaben mit Indigenen und soziokulturell benachteiligten Gruppen benötigen zeitlichen Spielraum und z.T. zusätzliche zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen im gesamten Projektzyklus.

Soziokulturelle Faktoren müssen in Schwerpunktprogrammen angemessen berücksichtigt werden. Gerade in komplexen soziokulturellen Kontexten ist das koordinierte Zusammenspiel von FZ- und TZ-Maßnahmen wichtig für die Effektivität von Vorhaben.

Bei der direkten Zusammenarbeit mit Organisationen indigener und soziokulturell benachteiligter Gruppen, muss besonders auf die Auswahl der Partner geachtet werden. Legitimität, Repräsentativität sowie administrative und organisatorische Grundlagen sind hierbei wichtige Kriterien.

Ein konsensorientierter Kommunikationsprozess unter Beteiligung der verschiedenen Akteure und ggf. von Repräsentanten der Zielgruppen ist notwendige Bedingung für Mainstreaming und Sensibilisierung innerhalb der EZ. Diese Erkenntnis sollte auch bei der weiteren Ausarbeitung des Positionspapiers bedacht werden

Diese konkreten Ergebnisse der Tagung sowie einzelne detaillierte Formulierungsvorschläge ließen sich unmittelbar für die Bearbeitung der Vorlage nutzen, insofern durch die Tagung sehr kurzfristig und mit verhältnismäßig geringem Sachaufwand ein wichtiger Beitrag zur Konzeptentwicklung innerhalb der deutschen EZ geleistet werden konnte.

Den Beitrag zu benachteiligten sozio-kulturellen Gruppen und Indigenen in der deutschen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit können Sie hier abrufen.

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